Kommunikation als Schlüssel zu dir selbst

Öffne ich das Fenster am Morgen, zwitschern die Vögel um die Wette und die Sonne berührt mit ihren Strahlen die Blumenblüten. Der sich verströmende Duft zieht Schmetterlinge an. Und ich erfreue mich an deren Leichtigkeit. Austausch passiert und Einstimmung auf einen gemeinsamen Rhythmus – ist das Kommunikation?

Für mich ist Kommunikation Leben. Alles ist Leben und alles ist Kommunikation. Es ist unmöglich, nicht zu kommunizieren.

Kommunikation sollte eigentlich ganz einfach sein. Ich sage etwas, mein Gegenüber erwidert etwas und so geht es immer weiter. So weit so gut. Leider kommt bei Deinem Gegenüber eher selten genau das an, was Du ihm eigentlich sagen wolltest. Immer wieder kommt es zu Missverständnissen und manchmal ist das fatal.

Kommunikation zwischen mir und einem Menschen besteht aus ganz vielen verschiedenen Elementen. Kommunikation besteht aus den Elementen Distanz, Nähe, wahre Absicht, Emotionen, Gedanken, unsere Fähigkeit die Erfahrung des anderen in Dir zu empfangen.

Deine Welt und die Welt des anderen – wir sehen die Welt aus unterschiedlichen Blickwinkeln.

Vor einigen Jahren habe ich eine kleine Geschichte von einer Studentin gehört.
Ihre Freundin hatte Geburtstag und sie wünschte sich einen Freund. Daher bastelte diese Studentin aus Pappe ein großes rotes Herz und schenkte es ihr, mit den dazugehörigen Glückwünschen zum Freund.
In einem interessanten Studienprojekt gingen diese beiden Frauen mit dem großen roten Herzen auf eine gut besuchte Einkaufspassage. Sie fragten unterschiedliche Menschen jeden Alters dasselbe. „Was ist für Dich Liebe?“ Mit diesem kleinen Versuch hatten sie interessante Erkenntnisse gewonnen. Beim Vergleichen der Antworten ist ihnen aufgefallen, dass die Antworten mehr oder weniger verschieden waren. Ist doch logisch, oder?

Wenn sie es auf diese Weise erklärt bekommen, finden die meisten Menschen diese Diskrepanz logisch. Leider sind meine Beobachtungen, dass Menschen in der Kommunikation mit anderen Menschen diese grundsätzlichen Erkenntnisse sehr schnell vergessen.

So wünscht sich zum Beispiel eine Frau von ihrem Mann mehr Aufmerksamkeit. Er, sein Herz voller Liebe, bringt ihr das eine Mal Blumen mit, das nächste Mal Pralinen, er lädt sie ins Theater ein und so weiter. Sie ist aber nicht zufrieden. Sie beklagt sich und behauptet, sie bekäme nicht genug Aufmerksamkeit Er wiederum ist davon frustriert, weil er doch alles für sie tut.
Darüber spricht er mit einem Freund. Dieser gibt ihm den Rat „Frag sie doch einmal, was sie unter Aufmerksamkeit versteht.“ Gesagt, getan. Am nächsten Tag trifft er seinen Freund und erzählt erfreut: „Ich habe sie gefragt und sie hat gesagt, dass „Aufmerksamkeit für sie ist, wenn ich ihr im Haushalt helfe. Wenn ich sehe, dass der Abwasch zu tun ist, Wäsche abgenommen und zusammengelegt werden oder der Müll hinuntergebracht werden muss, dann empfindet sie es als Aufmerksamkeit, wenn ich dies ohne Aufforderung erledige. So einfach ist es. Kannst Du Dir vorstellen, wie viel Geld mir dies erspart?“

Dieses sehr einfache Beispiel zeigt trotz der Einfachheit sehr deutlich, wie leicht es im Alltag zu Missverständnissen kommt. Es soll auch zeigen, wie einfach es jedoch häufig ist, damit auf positive Weise umzugehen.

Der Versuch, den anderen wirklich zu verstehen und zu hinterfragen, was genau er in „Seiner Welt“ meint, ist in vielen Situationen schon die Lösung.

Mich persönlich macht es ganz traurig zu sehen, wie schnell Menschen im Urteilen stecken bleiben und sich nicht die Mühe des Hinterfragens machen. Ich wünsche mir viel mehr Kontakt durch hinterfragen, wenn der andere etwas von meinen Worten nicht versteht. Es gibt aber auch den Anteil des Verständnisses in mir. Vielen von uns ist Kommunikation nicht in der Kindheit beigebracht worden.

Oder vielleicht gehörst Du zu jenen Frauen, die den Anspruch hat, dass Du jeden lieb hast und mit jedem eins bist? Oft erlebe ich, dass Frauen in ihren Emotionen Wut spüren und damit eines der Elemente in der Kommunikation zurückhalten. Das empfindsame Netz der Verbundenheit zwischen Dir und der Welt wird verletzt. Wenn Du in einer Beziehung zu einem anderen Menschen einen bestimmten Aspekt deines Wesens zurückhältst, wird das unsichtbare, energetische Feld Eurer Beziehung gestört. Am Anfang erlebst Du es nur als eine leichte Irritation. Mit jedem zurückhalten fühlt es sich zäher, holpriger, fremder an. Bis der Kanal Eurer Verbindung völlig blockiert ist, verstopft durch zurückgehaltene Gedanken, Gefühlen und Gesten.
Was bedeutet Zurückhalten? Es bedeutet, Du nimmst eines der Elemente und ziehst es aus der Beziehung mit einem anderen Menschen raus. Du teilst Distanz, Nähe, wahre Absicht, Emotionen, Gedanken, unsere Fähigkeit die Erfahrung des anderen in Dir zu empfangen, nicht mit dem anderen. Du behältst es für Dich und damit fehlt es in dem natürlichen Kreislauf mit dem anderen. Die Beziehung mit dem anderen beginnt auf dünnerem Eis zu stehen. Das merkst Du daran, dass du dem anderen nicht mehr richtig in die Augen sehen kannst. Du merkst es, dass Du zwar innerlich heftige Dialoge mit dem anderen führst, aber wenn Du ihn siehst redest Du nicht darüber, sondern redest über was anderes. Du redest nicht über Deine Enttäuschung, sondern machst es mit Dir selber aus. Was aber in dem Moment passiert ist, dass Deine Energie in der Beziehung aussteigt. Die Energie steht an der Stelle fest und die Beziehung mit dem anderen wird jedoch unsicherer. Zurückgehaltene Kommunikation schwächt Beziehungen und entwickelt sich an dieser Stelle nicht mehr weiter.

Ich wünsche mir Ehrlichkeit in Beziehungen. Dazu zähle ich übrigens jeden Menschen mit dem ich in Kontakt komme. Also auch Dich. Deine Ehrlichkeit mir gegenüber hat nichts mit Moral zu tun, sondern mit der Frage, wie lebendig Du Dich fühlen möchtest. Ehrlichkeit ist riskant und braucht Risiko, um sich wirklich lebendig zu fühlen.

Ich wünsche mir, dass absolute Ehrlichkeit in einem rituellen Rahmen praktiziert wird. Immer wieder erlebe ich leider, dass die Ehrlichkeit so nebenbei erledigt wird. Nebenbei beim Abwaschen, nebenbei in einem Satz, nebenbei in einem Gespräch. Ich finde Ehrlichkeit hat ihren Raum und Rahmen verdient. Wenn ich beschäftigt bin, bin ich nicht zentriert und für Ehrlichkeit offen. Wenn ich was zu erledigen habe und mir wird die Ehrlichkeit so um die Ohren gehauen, schafft das in mir mehr Chaos und Schmerz. Es braucht meiner Meinung nach zwei Menschen die die Ehrlichkeit, in dem Moment wirklich wollen. Das benötigt eine klare Absprache miteinander „JETZT geht es um Ehrlichkeit“.
Doch es gibt einen Menschen, dem Du tatsächlich Deine Ehrlichkeit schuldest: DIR!
Es ist immer von Vorteil, Dir selbst die Wahrheit einzugestehen. Und dann wähle, wie sehr Du uns alle daran teilhaben lassen möchtest. Ich würde gern, so gern wissen, wer Du wirklich bist.

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