Frauenkreise

„Ihr Frauen, hört auf damit, die Opferrolle zu übernehmen;
tretet hervor und erkennt eure eigene Kraft und Stärke.
Niemand ist schuld daran, wo ihr gerade seid.
Übernehmt selbst die Verantwortung für euer Leben und dafür,
was auch dieses Leben bringt.
Euer Kreis der Frauen wird euch die Unterstützung gewähren
und die Informationen zukommen lassen, die ihr braucht, um diese Reise anzutreten.“
Text: Dr. Scout Cloud Lee

Dieser Artikel inspiriert Dich und lädt Dich ein, Deine Kraftquelle zu spüren und aus ihr zu schöpfen. Sehr viele Feste haben ihren Sinngehalt weitgehend verloren. Wenn sie nach traditionell gepflegt werden, wirken sie oft wie Formen ohne Inhalt oder gar veraltet oder überholt. Seit zwei Jahren begleite ich einen Frauenkreis. Es geht uns darum, über Spiritualität nicht nur zu lesen, zu wissen oder zu reden, sondern sie auch zu erleben, um uns zu unterstützen, um wirklich zu leben. Für unser Zusammensein kreiere ich eine heilige Mitte und bediene ich mich der Mittel aus Symbolik und Mythologie. Dabei beachte ich bestimmte sinngebende Zuordnung zu Jahres- und Festzeiten. Das möchte ich Dir mitteilen und Dir Mut machen, Deinen spirituellen Weg und Dein Glück zu finden.

Pubertät und Lebensmitte

Der weibliche Zyklus von der Pubertät, Lebensmitte, Wechseljahre und darüber hinaus ist immer mit einer geistig – seelischen Entwicklung verbunden. Mit den körperlichen Veränderungszyklen gehen spirituelle Veränderungen synchron.

Die Pubertät der jungen Mädchen zu jungen Frauen und die Phase des Fruchtbarseins der Frau in ihrer Lebensmitte ist in unserer Gesellschaft eher integriert und hat einen anerkannten Platz, wenigstens die Aspekte, welche die materielle = körperliche Seite betrifft. In unserer Gesellschaft gibt es so viele vorgefertigte Bilder, wie Frauen auszusehen haben, wie sie ihr Leben zu leben haben. Die geistig – seelischen Aspekte dieser Phase sind in unserer westlichen Welt oft weniger wichtig, man begründet und erklärt vieles auf der psychologischen Ebene. Aber fragt weniger nach dem spirituellen Aspekt unseres „Frauseins“ in den verschiedenen Lebenszyklen.

2012 haben wir anlässlich der Jugendweihe meiner Tochter ein Jungfrauenfest zelebriert. Meine große Tochter war schwanger und wir haben sie mit in den Kreis genommen. Besonders schön war, dass meiner Mama dabei war. So waren drei Generationen bei der Initiation anwesend. Wir haben gemeinsam vorbereitet und den Raum geschaffen, meine Töchter in die Phase des Fruchtbarseins der Frau hinüber begleiten. In einem Ritual mit Liedern, Texten und einem Ablöseritual haben wir meinen Töchtern Hilfe und Beistand der Familie und Freunde während schwieriger Zeiten des Heranwachsens zugesichert. Es war wunderschön. Ich empfinde das Band, in meiner familiären weiblichen Linie, als kraftvoll und stark.

Wechseljahre

Ein problematischer und verkannter Zyklus ist jedoch die Menopause und die Lebensphase danach, die bei gesunden Frauen ja zehn Jahre und mehr betragen kann, also eine sehr lange Phase bedeutet. Unsere Kultur behandelt die Wechseljahre oft als Verlust von körperlicher Schönheit, Attraktivität, sexueller Anziehungskraft, der Beginn der Beschwerden…

Ja. Frauen dieses Alters legen etwas ab, geben etwas her. Aber wo bleibt die andere Seite der Waagschale?

Was gewinnen wir?
Wohin „wechseln“ wir?
Was ist der spirituelle, geistige Sinn dieser Phase, die in uns zur Reifung kommen will?
Was brauchen wir, um auf allen Ebenen in Schönheit, Freude, Sanftheit, in der Sexualität weiter zu blühen?

Das sind Fragen, die uns kaum ein Frauenarzt(Ärztin), kein Magazin, kein Ratgeber beantwortet. Darauf müssen wir unsere eigenen Antworten ganz individuell finden.

Lasse Dich von meinem Interview mit Susanne Zulauf inspirieren.

Initiationsriten

Unsere Vorfahren in Stammeskulturen standen in enger Verbindung mit dem Rhythmus des Lebens. Ihnen war es selbstverständlich, dass auch ein menschliches Leben Neu- und Vollmond, Ebbe und Flut, Sturm und Flaute durchlaufen muss. Sie begegneten den Zyklen der Entwicklung instinktiv mit mehr Respekt. Heute, in einer stark linear – rational – logisch durchdachten Welt, verfallen wir gern der Illusion, alle störenden Schwankungen weg kontrollieren zu können. Über sechzig jährige Frauen fühlen sich im gesellschaftlichen Sinne unsichtbar.

Die wache, praktische Antwort der Alten waren ihre Initiationsriten. In traditionellen Kulturen wurden Übergänge, wie die Geburt, Pubertät, der ersten Menstruation, der Midlife Crisis, usw. sorgfältige Anerkennung entgegen gebracht. Um diese Übergänge zu meistern und zu vollenden gab es kraftvolle Initiationsriten, geleistet von den weisesten Frauen und Männern der Gesellschaft. Diese Riten verliefen meistens in drei Phasen:

Trennung vom Alten – Neuorientierung – Integration auf neuer Stufe

Für jeden Abschnitt gab es angemessene Rituale, Herausforderungen und Lehrmeister.

Initiationsriten haben drei Funktionen

  • Sie bieten einen geschützten Rahmen für die Beta – und Gammaphase des Lebens.
  • Sie wirken initiierend, leiten gewissermaßen die Geburtswehe ein. Sie leiten eine anstehende Transformation ein, so dass wir nicht in eine Krise, eine Krankheit, einen Verlust warten müssen.
  • Sie erzeugen existentiellen Druck. Manchmal brauchen wir diese Kraft, um uns mit allem, was wir sind, in der Gegenwart anzukommen und uns selbst zu zeigen, was wirklich in uns steckt.

Und hier ist das Problem. In unserem Modernen, westlichen Alltag fehlen alle drei Faktoren.

-> Wir verfügen über fast gar keine geschützten Transformationsräume, in denen Menschen in einem würdevollen Kontext an ihre Grenzen und darüber hinausgehen können.

(Ich habe zwei solcher Räume in meinem Leben kennengelernt. Tantratraining mit John Hawkens und The One Experience mit Veit Lindau)

-> In der Routine unseres Alltags fehlt es oft an bewussten, energische starken Katalysatoren.

->  Unser Wohlstand erzeugt eine Illusion von Sicherheit und Kontrolle. Dies fühlt sich vielleicht beruhigend an, doch kann es uns auch hindern, unsere wahre Kraft zu entfalten und kennen zu lernen. Die Illusion von Sicherheit und Kontrolle macht bequem. Sie schläfert unsere Fähigkeit des wachen Staunens ein. Wir schalten auf einen kreativen Stand – By – Modus. Wir agieren im Außen viel und hektisch, doch wir erobern kein geistiges und seelisches Neuland mehr.

Wie hast Du Deine Übergänge gefeiert? Welche Rituale kennst Du für Übergänge in eine neue Lebensphase?

Lasse uns daran teilhaben und berichte uns davon. Ich liebe kraftvolle, leuchtende Frauen und inniglich wünsche ich mir, dass wir uns aneinander stärken. Lasst uns hier im Kreise zusammen sein.

Ich freue mich auf Deinen inspirierenden Beitrag.
In Verbundenheit Gwynnefer Sylvia

 

 

Blogparade – Weil Du wertvoll bist
kraftvoll & weiblich

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