Dein Bedürfnis nach Abenteuer

„Sicherheit ist meist ein Irrglaube. Sie kommt in der Natur nicht vor…
Das Leben ist entweder ein großes Abenteuer oder nichts.“
Helen Keller

Ich habe bereits sehr viel über das Thema Sicherheit geschrieben. Lebst du dein Leben oder folgst du der Routine? Wie ist es, wenn du morgens aufwachst? Freust du dich auf dieses Geschenk des Lebens? Ein weiterer Tag voller Möglichkeiten und Wunder. Oder folgst du der Trance des Alltags, der Routine?

Du vermeidest jede Gefahr und Veränderung und baust auf Bewährtem auf. Das fühlt sich gut an. Sicherlich kennst du das, dass Alltagsrituale dir mitten im Stress einen ganz persönlichen Freiraum schenken. Sie geben deinem Leben Klarheit und Ordnung. Sie verleihen ihm Tiefe und Farbe. Die Herausforderung liegt darin, deine Alltagsrituale nicht in Routine umkippen zu lassen. Dein Bedürfnis nach Sicherheit und Balance kann ein hohes Maß an Sättigung erreichen. Das solltest du besonders als Frau nicht unterschätzen. Das Limbische System von Frauen ist auf der Suche nach langlebigen und zuverlässigen Beziehungen. Wir haben uns gut eingerichtet. Wir haben es gemütlich und bequem. Aggressionen entstehen höchstens, wenn wir die Sicherheit oder den Besitz bedroht sehen. Was passiert, wenn zu viel Sicherheit und Balance unser Leben bestimmen?  Werden unsere Bedürfnisse nicht erfüllt, holt uns das Leben ein. Damit wir wirklich wach werden, ist es leider oft ein schmerzhaftes wachrütteln. Wenn das Bedürfnis nach Sicherheit seine Sättigung erreicht hat, klopft das Bedürfnis nach Abenteuer an die Tür.

Sabine ist mit süßen zwanzig Jahren, nach ihrem Schwangerschaftsurlaub, an ihren alten Arbeitsplatz zurückgekehrt. Sie führte ich ein gutes Leben und alle ihre Träume sieht sie erfüllt. Ihre Freude ist groß und zaubert ihr ein pausenloses Lächeln ins Gesicht. Endlich konnte sie etwas Anderes erleben, als Windeln wechseln und ihren häuslichen Pflichten nachgehen. Ihr Mann Uwe arbeitet täglich ab vierzehn Uhr bis tief in die Nacht hinein, in einer Bierkneipe und schläft tagsüber. Ihre Gelegenheiten für Zweisamkeiten sind selten geworden, seit Sabine wieder arbeiten ging. Chatten, skypen, Simsen oder WhatsApp gab es alles noch nicht und selbst telefonieren, in der Telefonzelle um die Ecke gestaltete sich als schwierig. Entweder musste Sabine Schlange stehen, das Münzgeld reichte nicht oder die Zelle war ganz einfach kaputt. Ihre Tochter brachte sie morgens in die Kinderkrippe. Als Mutter in der DDR war das so üblich und es blieb ihr auch keine andere Wahl. Nur Mutter sein, stand für Sabine nicht zur Auswahl und war in dem System obendrein verpönt. Doch ihre Gefühle der Liebe, Zuwendung und Nähe zu ihrer Tochter, machen es ihr schwer und ein schlechtes Gewissen. Sie reibt sich an dem Versuch, ihr Privatleben und ihren Beruf erfolgreich unter einen Hut zu bekommen. Was aus den DDR Kindern geworden ist und wie sich Kinder, welche in Kinderkrippe oder Kindergarten gegeben werden entwickeln, darauf möchte ich hier nicht näher eingehen. Darauf findest du Antworten in dem bemerkenswerten Buch „Das Eva Prinzip“ von Eva Herman.

Voller Energie und Spaß geht Sabine ihrer Arbeit nach. Ihre Kollegen freuen sich, das sie wieder froh gelaunt zurück ist und für gute Stimmung sorgt. Mit viel Freude an ihrem Job, kehrt sie aber genauso gern wieder zu ihrer Familie zurück. Doch da war noch etwas Anderes mit ihr passiert. Der Duft der Ferne und des Unbekannten, als Kontrastprogramm zum Mief der Routine und Bekannten, weckt ihre Aufmerksamkeit und zieht sie immer wieder an. Mit den Kollegen ging Sabine auch mal was trinken oder tanzen. Die Leichtigkeit des Sommers machte sie übermütig. Sie flirtet gern mit einem Kollegen. Maik ist ihr schon einmal, während der Lehrzeit über den Weg gelaufen und jetzt arbeiten sie zusammen. Indes macht sie sich überhaupt keine Gedanken über ihre Bedürfnisse, dass sie Sehnsucht nach romantischer Liebe haben könnte. Sie ist eine leidenschaftliche Frau und will das Leben spüren. Sie fängt an von einer aussichtslosen Liebe zu träumen, träumte von einem immer wiederkehrenden Gefühl der leidenschaftlichen Verschmelzung, des Sich – Auflösen, ganz im Partner. Idealbedingungen für die Liebe, jenseits der Realität. Von dem Ausmaß der Bedeutung ihrer Gedanken habt ich keine Ahnung. Der Sommer geht zur Neige, und Sabine steigerte sich immer mehr in eine Illusion hinein.

Nach einem Tanzabend mit den Kollegen ist es passiert. Das Leben, mit seinem Bedürfnis Abenteuer, holt sie in Form eines Seitensprunges ein. Es war schön, doch fernab von der Erfüllung dessen, was Sabine sich erträumt hatte. Gleichzeitig fielen sie zusammen wie ein Kartenhaus, die Träume von der ersten großen Liebe mit ihrem Mann Uwe. Sie ist glücklich verheiratet und liebt ihren Mann. Und niemals würde sie ihn verletzen wollen. In dem Seitensprung fühlte sie ihr Begehren, aber keine Liebe. Eine Energie die viel größer ist als Sabine, treibt sie an, ihre innere Taubheit zu bekämpfen. Zum ersten Mal in ihrem Leben denkt sie darüber nach, was Liebe eigentlich bedeutet, was sie für Sabine ist und welche Werte sie damit verknüpft. Sabine überschreitet Grenzen und finde sich in einem Konflikt innerer Werte und äußerem Verhalten wieder. Es geht weniger um Sex, sondern vielmehr um ihr Verlangen nach Abwechslung, ihren Wunsch nach Aufmerksamkeit, sich besonders und wichtig zu fühlen. Zu wollen, was sie nicht haben kann, hielt Sabine wach, gelockt von der Macht des Verbotenem.  Wie ein Film ziehen all ihre schönen Stunden an ihr vorbei. Uwe ist ihre große Liebe und ihr Leben. Was hat sie da nur angestellt? Die Liebe war auf einmal wieder so groß und selbstverständlich da.

Warum betrügen Frauen ihre Partner? So wie Sabine, denkst du, du kennst dein Leben. Du denkst, du weißt wer dein Partner ist und wie ihr als Paar seid. Es gibt keinen Grund woanders irgendetwas zu suchen, weil du alles in deinem Leben besitzt. Das Leben zieht sich gelangweilt aus deiner Beziehung zurück. Du bekommst den Mund nicht auf und kommunizierst deine Bedürfnisse nicht. Du fragst dich aber, was ist, wenn die Leidenschaft eine endliche Haltbarkeit hat? Im Kern von Affären findest du ein Sehnen und Verlangen nach einer emotionalen Verbindung, Neuheit, Freiheit, Selbstständigkeit und nach sexueller Intensität. In dem Seitensprung liegt der Wunsch vergraben, verlorene Teile deines Selbst zurückzugewinnen. Es ist die Person, die du geworden bist. Es geht nicht so sehr darum, sich nach einer anderen Person um zusehen, als nach einem anderen selbst Ausschau zu halten. Betrug in einer Beziehung ist nicht allein die Affäre, sondern erscheint in vielen Formen. Es gibt viele Wege deinen Partner zu betrügen. Zum Beispiel Verachtung, indem du in Abwesenheit mit deinen Freundinnen schlecht über ihn redest. Mein Tipp: sieh deinen Partner als König und rede überall liebevoll über ihn. Auch Vernachlässigung und Desinteresse ist Betrug am anderen. Wie sieht deine Kommunikationskultur in deinen wichtigen Beziehungen aus? Wie viel Zeit verbringst du, mit den dir wichtigsten Menschen? Auch die Gewalt möchte ich als Betrug an dieser Stelle genannt haben. Sexueller Betrug ist nur eine Weise den Partner zu verletzen. Deine Konflikte entstehen, weil du selber nicht mit dir in Frieden bist. Du suchst Bestätigung im Außen und projizierst alle deine unausgesprochenen Bedürfnisse auf den anderen. Vollgepackt wie ein Lastenesel, wunderst du dich, dass er unter dieser Last zusammenbricht.

Wir haben in jedem Moment Bedürfnisse, die sich durch Gefühle bemerkbar machen. Leben ist neugierig. Leben will wachsen. Leben steht auf Erregung. Das Abenteuer Leben stimuliert dich bei deiner Suche nach deiner Individualität und Einzigartigkeit. Es ist doch eine intelligente Lösung, mit dem Wissen um die Bedürfnisse, nicht erst auf leidvolles wachrütteln zu warten, sondern dir deine Bedürfnisse freudvoll und in Eigenverantwortlichkeit zu erfüllen.


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3 Kommentare. Hinterlasse eine Antwort

  • Danke Gwynnefer, diese Zeilen haben mich wieder mal sehr angesprochen. Ich sehe mich darin wieder, gerade in dem Thema Abenteuer. Sehr interessant waren auch deine Ausführungen zum Betrug am Partner, es hat mir meine eigene Sichtweise geweitet.

    LG Simone

    Antworten
  • Liebe Gwynnefer,

    danke dir für deine guten Ausführungen. Das Thema „Bedürfnisse“ beschäftigt mich momentan sehr, in diesem Kontext auch das Thema Freundschaften: Insbesonere langjährige Freundschaften schenken uns ja Sicherheit – im „besten“ Fall kennen wir den anderen gut & tief, vertrauen einander, sind wohl & sicher miteinander.
    Wenn nun die eine innere Veränderungen – sich weiterentwickeln, neue Seiten leben, sich mehr zeigen, zutrauen und in die eigene Größe kommen – durchläuft, das freundschaftliche Gegenüber evtl. „anders unterwegs“ ist, sich bervorzugt auf bekanntem, alten (Freundschafts-)Terrain bewegt, muss sich die Freundschaft wieder neu finden, oder?
    Kennst du das auch?
    Wenn die eine evtl. mehr das Bedürfnis nach Stimulanz in der Freundschaft hat und gerne auch die eigenen neuen Entwicklungen gemeinsam leben will, wird’s manchmal schwierig: Dann kann es sein, dass die Freundin evtl. verunsichert reagiert, sich zurückzieht, und dass eine Zeit lang ohne einander gelebt wird. Wenn es „rund“ läuft, mag sich das Gegenüber inspirieren lassen, mitwachsen, doch wenn die Veränderungen der Freundin als „bedrohlich“ empfunden werden, trennen sich Wege vermutlich.

    Herzlichst, Carolin

    Antworten
    • Liebe Carolin,

      Danke für deine Gedanken und Ausführungen. Ganz viel davon, spielt davon bereits in das Bedürfnis Entwicklung & Wachstum hinein. Stimulanz ist ein angeborener Instinkt und Entwicklung entspringt aus unserem Umgang mit unserem Bewusstsein. Für unser eigenes Glück finde ich es wichtig zwischen beidem zu diverenzieren und Respektvoll damit umzugehen.

      Gern greife ich deine Betrachtungen im Bedürfnis Entwicklung mit auf.
      Alles Liebe von Gwynnefer

      Antworten

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