Lilith die Wilde – Teil 1

Erlaubst du dir deine Wildheit?
Wie drückt sich deine unbändige, weibliche Kraft aus?

Ich lege mir eine Musik auf, die ganz nach meinem Geschmack ist, meiner Stimmung und meinen Emotionen entspricht. 

Ich bewege mich einfach und verleihe mir Ausdruck im freien Tanz. Ich gebe den natürlichen Impulsen nach Bewegung nach. Ich gebe mich der jeweiligen Emotionalität der Musik hin. Ich schließe die Augen. So ist es leichter, bei mir zu bleiben. Ich schüttele mich. Das ist kein aktives Tun, sondern ein Zulassen, ein Loslassen. Ich lasse mein eigenes Berührt-werden und Ausdrücken durch meinen Körper zu. Ich schenke meinem Körper Gehör. Ich tanze aus mir heraus. Das macht Spaß. Ich gebe im Tanz auch Gefühlen Ausdruck, für die sonst wenig Raum ist. Ich kann aggressiv sein, stampfe dabei mit den Füßen auf. Oder auch verzweifelt, und boxe mit meinen Fäusten dabei herum. Ich schüttle Wut aus mir heraus oder mache auch jauchzende Freudensprünge. Ohne das ich damit andere zu überwältigen oder durch Zurückhaltung mich selbst verhärte. Im Tanz kann ich Sinnlichkeit leben und meiner sexuellen Energie einen Ausdruck geben. Diesen Ausdruck für meine Wildheit zu finden, brauchte Zeit in meinem Leben und war nicht immer so.

Unkontrollierte Ausbrüche

Schon als Kind zeigte sich mir dieser Aspekt meines Herzens sehr deutlich. Die meiste Zeit war ich zwar lieb und brav. Doch es gab auch diese unkontrollierten Ausbrüche. Dann spürte ich, dass ich ausbrechen musste. Es gab keinen Halt in mir. Etwas in mir war stärker als jede Angst oder Vernunft.
Ich weigerte mich, mir von meinem Vater etwas von Mathehausaufgaben erklären zu lassen, weil seine Lehrmethode bereits lange überholt war. Ich bekam dadurch Probleme in der Schule. Doch das sah mein Vater anders. Ich rastete in regelmäßigen Abständen aus und wurde sehr zornig. Meine Freundinnen die es mal erlebten, sagten anschließend zu mir: „Wie Du mit deinem Vater sprichst. Das dürfte ich mir nicht erlauben.“
Ich höre diesen Satz heute noch, als sei es erst gestern gewesen. Dieser Satz löste eine Lawine in meinem Leben aus. Noch heute begleiten mich Sätze wie „Lach nicht so laut.“ oder „Rede nicht so laut“. Ich fühle mich völlig missverstanden. Ich werde mit anderen verglichen. Ich werde bewertet und in eine Schublade rein gezwängt. Mein wilder, ursprünglicher Anteil in mir findet das nach wie vor total doof, von anderen in die Schranken gewiesen zu werden. Mein Zorn will zum Ausdruck gebracht werden. Drückt doch mein Zorn aus, dass ich mich nicht gesehen fühle, verraten fühle, dass ich verletzt bin, dass etwas gegen meine Werte, gegen mein Weltbild geschieht. Diese Kraft begleitete mich ständig. Das war damals so und ist heute noch so. Damals wusste ich noch nichts von der Lilith-Energie und dass sie mich beWEGt.

JETZT ist die Zeit gekommen, dass wir unseren inneren Thron der Göttin einnehmen. Lilith verweilt ab dem 14.02.2017 für die kommenden neun Monate im Schützen. Jetzt ist die Zeit, die Lilith-Kraft zu leben und zu integrieren.

„Was ist die Lilith-Kraft?“,

fragte ich mich in den letzten Jahren. Ich machte mich auf die Suche und fand Folgendes:

„Nach der jüdischen Überlieferung schuf Gott Lilith, die erste Frau, genauso wie er Adam erschaffen hatte. Adam und Lilith aber fanden partnerschaftlich nicht zusammen. Lilith war nicht bereit, sich Adam zu unterwerfen. Sie begründete ihren Anspruch auf Gleichwertigkeit, da jedes von ihnen aus gleicher Erde erschaffen worden sei. Symbolisiert wird Liliths Ebenbürtigkeit mit ihrer Weigerung, beim Sexualakt in der „Missionarsstellung“ unter Adam zu liegen. Sie wollte selbst aktiv das Liebesspiel mitbestimmen und auch „oben sitzen“. Die Verweigerung dieser Unterordnung hat Adam verunsichert und erzürnt; der Streit darüber endete schließlich mit der Flucht Liliths aus dem Paradies. So entstand das Urbild der Lilith als „wollüstiges Weib“ und später schließlich als Schutzgöttin der Prostitution und Dämonin der Onanie, als Verführerin zur verbotenen Lust. In der Psychologie C.G. Jungs wird sie als negative Anima interpretiert. In der Frauenbewegung ist Lilith zum Sinnbild der rebellischen Frau geworden. „ ( Zitat aus dem Buch „Der Lilith-Komplex“ von Hans-Joachim Mas)

stark – furchtlos – wild – wahrhaftig – emotional – sexuell – weise

Findest du dich in den Attributen wieder? Lebst du sie alle?

Das Symbol für wilde Weiblichkeit ist Lilith. Lilith ist das tabuisierte Weibliche. Lilith ist die urweibliche Kraft, die nichts beschönigt. Ich erlebe es so, dass wir alle in der derzeitigen Zeitqualität aufgefordert werden, unsere ureigene Seelenqualität zu leben. Unsere eigene Wahrheit will gelebt werden. Durch diese urweibliche Kraft bekommen wir jetzt die Möglichkeit, uns endlich richtig zu entfachen und zu entfalten. Lilith lebt das Abenteuer des Lebens. Sie ist intensiv. Es ist Heilung pur für unsere Seelen. Ich freue mich auf diese Zeit.

Jetzt kommt Frau in ihre Kraft und Mann in seine Kraft. Das kann schon mal für Spannungen sorgen. Durch deine Wildheit findest du zu deiner Ekstase. Deine Seele und dein Herz sehnen sich nach Ekstase in deinem Leben. Das pure, alte, ursprüngliche, absolute, entfachte, wahre, ehrliche, natürliche ICH eines jeden Einzelnen will jetzt gelebt werden. Dränge es nicht in die Ecke, nur, weil du Angst davor hast.

Lilith ist die Göttin des authentischen Selbstausdrucks.

Dein wahrhaftiges Leben ruft nach dir. Lebe deine Wahrheit und nicht die der anderen!
Für mich ist die Zeit gekommen, mit meinen unkontrollierten Lilith Ausbrüchen Frieden zu schließen. Sie war und ist immer da, nur wollte ich sie oft nicht haben, weil ich mich schuldig fühlte. Der heilige Anteil in mir schämte sich für die unkontrollierten Ausbrüche. Ich muss meine Lilith nun nicht mehr, wie Rapunzel in den Turm einsperren. Die Heilige und die Wilde dürfen jetzt aus dem Konkurrenzkampf heraustreten und den Weg in eine schöne Kooperation finden. Sie haben sich dabei so viel zu geben.
Sowie beim Tanzen meine Gefühle mit der Musik transportiert werden, können Freude, zarte Sanftheit und auch Wut und Wildheit gleichwertig, nebeneinander da sein. In der Bewegung fällt es mir leichter, all dies anzunehmen und im Fluss zu halten. Die Heilige und die Wilde tanzen einen wunderschönen Tanz miteinander. Ich erlaube mir in meinem Alltag, diesen Tanz zuzulassen.

Und nun: TANZE!

Heute tust Du das, was Kinder fast jeden Tag machen. Tanze! Spiele im Tanz mit deinen Gefühlen und mit Rollen. Spüre anschließend das Pulsieren in deinem Körper – lebendig, kraftvoll und entspannt zugleich. Tanzen schenkt dir Freude, Lebendigkeit und Leichtigkeit. Du gewinnst wieder mehr Zugang und Zutrauen zu deiner weiblichen Fähigkeit.

Die Energie ist geladen mit Liebe, Freude und Leidenschaft.
Sei achtsam und respektvoll mit dir und den anderen!

Vor kurzem war ich zu Gast im Interview von Beatrice Lühring. Wir sprechen über Frau sein, Weibliche Qualitäten und die unterdrückten Anteile unserer Frauenpower. Wir freuen uns über Austausch und Feedback und eine kraftvolle Gemeinschaft.

Kein fliegender Wechsel
Loslassen und Neuanfang

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4 Kommentare. Hinterlasse eine Antwort

Welch’ schöne, wilde Zeilen, liebe Gwynnefer! Da resoniert auch viel in mir. Danke dir für’s Teilen deiner eigenen Erfahrungen, Ausbrüche, und danke auch für die Infos zu Lilth!
Ich komme gerade aus meiner Yogalehrer-Ausbildung. Die Kraft der Frauen, das Feinstimmige & Feinsinnige, gleichzeitig das Wilde, Ungezähmte ist dort immens spürbar. Es wird auch viel getanzt, was unwahrscheinlich gut tut – seine Füße in den Boden zu rammen, sich auf diese Weise zu erden.
Heute begegnete uns auch die Göttin – ich meine es war Parvati – mitden 8 Armen: vier Arme halten Geschenke, Gaben; weitere vier Arme wiederum Waffen. Die Polarität der Frau wird hier symbolisiert: die “Frau-Seite” – scharf, klar, analytisch, und die “Mutter-Seite” – gebend, vergebend, dienend. Beide Seiten wollen gelebt werden.
Dies an dieser Stelle nur als ergänzendes Bild, welche energetischen Qualitäten in uns Frauen stecken.

Zu dir & deinen Lesern nun alles Liebe! Ich schicke Euch die gute Energie meiner Kundalini-Yoga-Ausbildungstruppe,
Carolin

Antworten

    Liebe Carolin,

    es ist schön und wertvoll, dass du diese Arbeit machst. Zum Wohle aller Wesen.
    Liebe Grüße von Gwynnefer

    Antworten

Liebe wie schön, ich habe in der Mondhütte in den Raunächten schon zur Lilith mit meinen Frauen gearbeitet, aber ich wusste nicht dass wir gerade eine so lange intensive Zeit mit ihr haben- da passt grad vieles für mich rein. Gerne arbeite ich auch mit dem Öl der Lilith- von die den Wind sieht….das ist so wie eine Einladung an diesen Anteil. Ja es ist noch wirklich schwierig es immer weiter in den Alltag zu tragen und Frauen darin zu begleiten…Ich merke immer deutlich- meine Kids sind 16 und 14 wie mir dieses- ja jetzt ist aber mal gut- die sind doch alt genug- jetzt kannst aber mal wieder richtig arbeiten gehen. Also mehr Schwesternschaft.

Antworten

    Liebe Susanne,

    magst du mir verraten was das für Öl ist und wo ich mehr darüber erfahre? Deine Kids zeigen dir in ihrem Anteil ja ganz wunderbar, wo du es noch besser integrieren kannst. Sie sind in den Anteilen gerade Meister.
    Liebe Grüße von Gwynnefer

    Antworten

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