Loslassen und Neuanfang

Was verstehst du unter „Loslassen“?

Hast du dir schon einmal Gedanken zu dem Thema Loslassen gemacht?
Was verbindest du damit?

In diesem Brief schreibe ich über meine Gedanken und was mich zum Thema Loslassen bewegt.

Ich lese und höre überall: „Lass los!“
„Lass los! Und du bist die Meisterin deiner Zeit.“
„Lass los, was du festhältst.“
„Lass los, wenn Menschen deine Gefühle nicht respektieren.“
„Lass deine Kinder los, damit sie ihre eigenen Wege gehen können.“

“Loslassen” geht nicht!

Ich finde, so einfach ist das nicht getan. Ich behaupte sogar: Die These „Loslassen“ funktioniert nicht. Versuche einmal, deine Wut loszulassen. Was passiert dann mit deiner Wut?
Oder versuche einmal deine alten Muster loszulassen. Es funktioniert nicht!
Warum funktioniert es nicht? In dem Moment, in dem ich etwas loslassen möchte, beschäftige ich mich schon wieder damit. Lass los, das ist für mich eine widersprüchliche Aussage.  Die Mitteilungen in unserer Kommunikation können explizit oder indirekte Mitteilungen beinhalten. Wir Frauen sind in den indirekten Sätzen Meisterinnen.

„Ich würde mich freuen, wenn du mich mal wieder mit einem Strauß Blumen überraschen würdest.“
Eine Frau bekommt zwei Kleider, wovon sie eines anzieht. Darauf die Frage: „Das andere gefällt dir wohl nicht?“
„Verbessere deine Situation, ABER verändere nichts!“

Solche und ähnliche Sätze nennt man in der Wissenschaft Double Bind. Das markanteste Beispiel ist die Forderung „Sei spontan!“ Das geht nicht! Genauso wie „Lass los“ nicht geht. Spontan würde die Person nur reagieren, wenn sie es nicht auf Aufforderung tut und nach einer Aufforderung kann man das Geforderte nicht mehr spontan erledigen.

Loslassen.
Bewusstes Entscheiden.
Mich selber finden.
Konsequenz hat einen Namen.
Freiheit.

Aber es gibt eine Möglichkeit, wie du „loslassen“ kannst. Loslassen ist für mich ein bewusstes Entscheiden. Wenn ich loslasse, entscheide ich mich, meinen Blick weg von der mich belastenden Situation nach vorne zu richten. Ich entscheide mich, es mir zu erlauben.  Ich erlaube mir zuerst einmal, aus der Spannung und dem Druck herauszugehen. Wenn ich mir eine Erlaubnis gebe, bietet mir das einen Anfang, einen Vorschlag, eine Anregung, die ich für mich weiterführen kann.

Ich erlaube es mir

„Ich erlaube mir, die Meisterin meiner Zeit zu sein.“
„Ich erlaube mir, mich damit zu beschäftigen, woran ich mich binde.“
„Ich erlaube mir, mich von Menschen zu trennen, die mir nicht gut tun.“
„Ich erlaube mir, meine Kinder in die Welt ziehen zu lassen.“

Spürst du den Unterschied? Es mir zu erlauben, bedeutet in dem Moment, mit dem Gefühl, in der Situation zu sein, die gerade ist. Es bedeutet, das zu fühlen, was in meinem Herzen ist. Die Wut, den Zorn, den Schmerz, die Traurigkeit, die Angst zu fühlen. Ich bin erst einmal damit und gebe allen Gefühlen ihren Raum. „Wo sitzt das Gefühl in meinem Körper?“ und „Wo kommt es überhaupt her?“ frage ich mich dann. Wenn ich mir erlaube, das alles anzusehen und zu fühlen, beginnen meine Prozesse der Heilung. Wenn alles in meinem Herzen da sein darf, beginnen sich meine Geschichten, die ich mir in meiner eigenen Realitätsblase erzähle, zu verändern. Wenn ich mit allem sein darf, ermutigt es mich, meinen eigenen Weg zu gehen. Ich akzeptiere und finde mich selber dabei. Gelingt mir die wahrhaftige und tiefe Akzeptanz meiner selbst, beginnt an diesem Punkt eine Neuorientierung.

Das einzig Beständige ist die Veränderung

Die Veränderung besteht für mich darin, die alten, männlichen Strukturen zu verlassen und meinen weiblichen Weg zu gehen. Das ist ein Weg, der in Wellen erfolgt. Die Welle baut sich im Inneren zuerst auf. Erst anschließend geht sie nach außen. Die Welle ist nicht planbar oder vorhersehbar. Wenn mich das Leben richtig vögelt, kann ich nichts tun. Es fühlt sich schaurig schön an.  Ich kann „nur“ auf Empfangen gehen. Damit ich empfangsbereit bin, braucht es vorher, dass ich mich damit beschäftige, woran ich mich binde, dass ich kontrolliere, wo ich in Abhängigkeiten stehe und was mir Angst macht.
Ich möchte die Welle reiten, wann immer sie kommen möge. Dafür öffne ich mich und bereite mich vor.

Mein Coach reflektierte mir in der letzten Sitzung, dass ich bereits seit letztem Jahr in der Veränderung stehe. Ich selber habe das bis dahin noch gar nicht so bewusst wahrgenommen. Wenn ich auf mein Verhalten zurückblicke, sehe ich, dass ich mich oft von meiner TrotzDem-Energie führen lasse.
Ich lebe TrotzDem (einer stark männlichen. Leistungsbezogenen Gesellschaft) in meiner Weiblichkeit.
Ich nehme mir TrotzDem (des vollen Tages) Zeit für mich, und nur für mich.
Ich gehe TrotzDem (der tausend Ablenkungen) in meinen inneren Raum.
Ich gebe TrotzDem (meines Egos) meiner Seele Zeit, um zu erblühen.

TrotzDem

Meine Konsequenz ist die TrotzDEm-Energie, mit ihr finde und gehe ich meinen Weg. Gefragt sind dabei die Klarheit meines Geistes und die Freude an der Veränderung. Ein Umdenken findet jetzt statt. Ich werde mir meiner Werte bewusst. Auf emotionaler Ebene kommt jetzt frischer Wind in alle meine Beziehungen, vor allem in die festgefahrenen und auslaufenden. Das Feuer meines Herzens kann jetzt richtig erwachen. Es lohnt sich jetzt, nach innen zu horchen und der wahren Bestimmung zu folgen. Denn nun will die Wahrheit, und nichts als die Wahrheit, an die Oberfläche dringen. Jetzt wird nicht nur ein Kapitel geschlossen, sondern auch eine vollkommen neue Geschichte beginnt. Ich gebe mich ganz bewusst dem Prozess des Neuwerdens hin. So kann meine Innen- und Außenwelt sich in eine neue Harmonie einschwingen. Nach der inneren Neuorientierung geht es in den Neuanfang, in die Freiheit über.

Loslassen ist etwas, was ich nicht tun kann. Loslassen ist ein Prozess. Er entwickelt sich mit der Zeit und der Auseinandersetzung mit meinen Gedanken. Ich finde mich dabei selber. Konsequent gehe ich meine Schritte. Für mich heißt es, mit dem eigenen Konzept die eigene Freiheit, Erleichterung, Lebensfreude und Energie zu leben.

Ich werde in meinem Forschen nicht nachlassen, und am Ende meiner Reise werde ich dort stehen, wo ich begonnen hatte und diesen Ort zum ersten Mal wirklich erkennen. Am Ende komme ich zu dem Schluss: „Das hätte ich schon viel früher machen sollen“.

Erlaube dir, den langen Winter hinter dir zu lassen
und gestärkt und frisch ausgerichtet in den Frühling zu gehen.

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