Was du von einer Schnecken lernen kannst!

Kennst du auch den Druck und die Hektik der modernen Zeit?
Willst Du viel erreichen und arbeitest hart dafür?
Bestimmen Lebenshetzerei und Rastlosigkeit deinen Alltag?
Welchen Preis zahlst du für dein dominierendes Verhalten?

Am 24. Mai findet der Tag der Weinbergschnecke statt. Was du von Weinbergschnecken lernen kannst, erfährst du in diesem Beitrag. Sieben Zentimeter in der Stunde. Das ist weder viel, noch ist es schnell. Weinbergschnecken bewältigen ihre Wege in sprichwörtlichger Langsamkeit. So gewinnt man natürlich kein Wettrennen – und doch haben diese gemächlichen Tiere mit ihrem malerischen Gehäuse eine beeindruckende Erfolgsgeschichte vorzuweisen. Von England  bis Weißrussland, von Italien bis nach Norwegen haben die Weinberschnecken ganz Europa erwandert. Sie haben Straßen überquert, sind über Mauern geklettert, haben Trockenheit überstanden und Flussläufe weiträumig umgangen. Und das alles mit einem Durchschnittstempo von 0,0042 km/h. Schnecken widersetzen sich allen Ideen von Geschwindigkeit, die ja auch im Tierreich durchaus von Bedeutung sind: Jagdinstinkte contra Fluchtreflexe – der Schnellere gewinnt, sein Preis ist das Überleben. Nicht so die Schnecke. Sie erwehrt sich ihrer Feinde, indem sie sich im Haus verschanzt und hofft und wartet. Ja, Langsamkeit macht die Schnecke angreifbar. Aber sie hat auch die Beharrlichkeit und Ausdauer.

Das Schöne an Weinbergschnecken ist, dass sie sich uns Menschen nicht entzieht. Wer sie in seinem Garten beherbergt, wird ihnen ständig begegenen, kann sie beobachten, ihnen bei ihrem Tagewerk zuschauen; falls wir uns die Zeit und Aufmerksamkeit für etwas so Kleines und Unbedeutendes wie eine Schnecke nehmen. Im Allgemeinen sprechen wir Menschen ja eher abfällig von Schnecken. Ihre langsame Art des Dahingleitens vermittelt uns von jeher ein Überlegenheitsgefühl. Schnecken sind eben nicht imposant, majestätisch oder furchteinflößend. Sie sind einfach nur beständig. Aber ist das eigendlich so schlecht? In einem sind sie den meisten Menschen überlegen: Eine Schnecke lässt sich niemals hetzen, nicht einmal von ihrem ärgsten Feind. Dabei ist die Langsamkeit nicht nur eine Folge ihrer beschränkten Fortbewegungsmöglichkeiten, sie ist vielmehr Ausdruck ihrer Persönlichkeit. So langsam und gemächlich sie ihr Schneckenleben angeht, so sicherer erreicht sie indes jedes Ziel, das ihr von der Natur bestimmt ist. Diese Ruhe und Gewissheit auszustrahlen, ist eine Stärke, die es womöglich doch zu bewundern gilt, wenn eine Weinbergschnecke das nächste Mal unseren Spazierweg kreuzt.

Lebensmitte
Zwei Seelen in meiner Brust

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