Bauch oder Kopf – wer entscheidet?

Ich vertraue auf meine Gefühle

Bist du bereit, deinen Eingebungen, Gedankenblitzen, leisen Ahnungen zu vertrauen und ihnen zu folgen?
Die Intuition ist die Lücke zwischen zwei Gedanken. Wir sollten lernen auf die innere Stimme zu hören. Als meine geliebte Großmutter starb, hatte ich ein Erlebnis, indem ich mir meiner weiblichen Intuition sehr bewusst wurde.

Ich bekam die unerwartete Nachricht, dass meine Oma zu Hause gestolpert, gestürzt und ins Koma gefallen war. Eine Zeit des Bangen und Hoffen begann. Bangen um ihr Leben und Hoffen, dass sie kein Pflegefall wird. Bei jedem Anruf zuckte ich zusammen. Ich war doch erst bei ihr zu Besuch, das konnte doch jetzt nicht einfach vorbei sein. Eine tiefe Gewissheit sagte mir, Oma ließ diese Welt noch nicht los. „Sie braucht meine Liebe und Fürsorge auf ihrem letzten Weg“, sagte mir mein Bauchgefühl. 
Die Ahnung, mich gerade auf einen gewaltigen Prozess einzulassen, kam einfach so über mich, scheinbar aus dem Nichts und offenbar unbeeindruckt von allen rationalen Argumenten, die ich mir vorher so schön zurecht gelegt hatte. Ich suchte das Gespräch mit meiner Freundin. Sie machte mir Mut, den ich fühlte bereits, dass mein Besuch auf der Intensivstation, der schwere Gang eines Abschiedes war. 
Mit Liebe und intuitiver Hingabe diente ich ihr dabei, in das andere Seelenreich überzugehen. Alles was ich in ihrem Sterbeprozess wusste und sagte, wusste ich instinktiv. Ich war von Glückseeligkeit voll erfüllt. Sie war friedvoll eingeschlafen. Mein Unterbewusstsein hatte mich durch diesen Prozess geführt, ich hatte mich ganz dem hingegeben. Mein Kopf schaltete sich erst einige Zeit später wieder ein, und fand das erlebte höchst seltsam. Eine rationale Erklärung meines Handelns, gab es nicht.

Aus dieser einschneidenden Erfahrung weiß ich, dass gerade für uns Frauen das Begleiten von Sterbenden und das Erleben des Todes sehr heilsam und kraftspendend sein kann. Hingabe, Intuition, Empfangen, Raum geben und Dinge in sich und später im Außen entstehen lassen sind für mich Qualitäten von kraftvoller Weiblichkeit. Mein Schwach sein bewahren, das nenne ich Stärke. Auch eine Frau, die an dieser Stelle das weibliche Prinzip verkörpert, ist nicht logisch erklärbar. Wir Frauen treffen die besten und gesündesten Entscheidungen aus unserer Intuition, unserem Bauchgefühl heraus. Für mich ist klar, dass Frauen Sterbende gut begleiten können. Frauen haben, durch die monatlichen Zyklen, diese Übergänge in ihren Körpern gespeichert. Wir haben durch unsere Gebärfähigkeit einen ganz anderen Zugang, Dinge in die Welt und aus der Welt zu bringen, sei es körperlich oder auf andere Weise, egal, ob es um Ideen, Projekte oder unsere Kreativität geht. Zu unserer kreativen, erschaffenden Kraft haben wir durch unsere weibliche Körperlichkeit einen anderen Zugang als Männer. Vertraue ich meinem Körperwissen, meiner Körperweisheit, dann habe ich das Gefühl von einem großen, weiten Raum. Für mich ein großes Mysterium.

Acht Jahre später fing ich in einem Altenpflegeheim an zu arbeiten. Zu meinem Aufgabengebiet gehört auch die Sterbebegleitung. Ich arbeite am Sterbebett aus meiner Intuition, meiner weiblichen Weisheit heraus. Mit meinem Verstand kann ich das nicht erklären. Die Worte, die ich dann spreche, sind nicht logisch und nicht auf der Verstandesebene nachvollziehbar. Ich staune anschließend selber und bin überrascht. Es liegt ein Zauber und eine Kraft darin, mit den Sterbenden in Kontakt zu sein. Ich kann es mit dem Verstand nicht erklären, dass in der tiefsten Trauer, im größten Schmerz auch das Glücksgefühl dazugehört. Trauer ist eine große Lebenskraft. Darin kann sich viel Glück entfalten. Ich lerne immer wieder von den Sterbenden. Sie haben eine unglaublich starke Ausstrahlung. Sie breiten den ganzen Raum aus, mit ihrer starken Präsenz. Und darüber hinaus. Alle Lebenden herum berührt das stark. 
Solange ich die Situation jedoch kontrollieren will, um keine Fehler zu machen, kann ich meiner Intuition nicht folgen. Solange ich Angst habe mich komplett zu öffnen für den Prozess, kann ich meinen intuitiven Eingebungen nicht den Raum geben.

Leider sind wir in unserer Leistungsgesellschaft so vielen Reizen ausgesetzt, dass wir diese leise Stimme oftmals nicht mehr hören und von ihr abgeschnitten sind. In unserer rationalen Entscheidungen geprägten Welt neigen wir häufig dazu, sie zu unterdrücken, manchmal sogar, sie gänzlich zu verleugnen. Unsere globalisierte, vernetzte, von Fakten überflutete Welt ist so komplex geworden, dass auch die kühlsten Denker mit reiner Ratio keine Chance mehr haben, in ihr zu bestehen.

Zum Abschluss verrate ich dir wie du deine Intuition spielerisch und leicht schulen kannst. 
Male dir auf deinen Bauch ein Gesicht. Das ist deine Erinnerungshilfe für deine Bauchstimme. (Es muss auch niemand wissen.) Mit dieser Bauchstimme gehst du durch deinen Tag. Frage deine Bauchstimme am Morgen vor dem Kleiderschrank: „Was möchtest du heute anziehen?“ Anschließend gehst du zum Frühstück und fragst wieder: „Was möchtest du jetzt essen?“ So gehst du weiter durch deinen Tag. Verbinde dich immer wieder innerlich mit deiner Bauchstimme, deiner Intuition, und frage sie bei allen möglichen Entscheidungen um Rat. Diese Übung macht richtig viel Spaß. 
In uns Frauen liegt eine unglaubliche Kraft und noch so viel Unerforschtes. Es ist immer noch eine Aufgabe für uns Frauen, zu erforschen, was wir alles mit unserem Körper erfahren dürfen. Vertraue und folge deiner Intuition, deinem Gefühl und den Impulsen des Lebens!

 

Über die Autorin:

Gwynnefer Sylvia Kinne hat eine kraftvolle, verwurzelte Persönlichkeit. Ihr Reichtum an Ideen, Energie und Schwung, vereint sich mit Abenteuerlust und der Bereitschaft etwas zu bewegen. Darum lassen sich Menschen, explizit Frauen , von ihrer Energie und dem reinigenden Feuer gern anstecken. Mit ihr sind sie bereit, an eigene Grenzen zu stoßen und, wenn nötig, einen Umbruch zu starten.


www.kraftvolle-Weiblichkeit.de

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Zwei Seelen in meiner Brust
Geld -Wert- Würde

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