Ziele – ein starkes Wollen funktioniert nicht?


Ein ganz neues Jahr liegt vor uns. 2018 ist ein Venusjahr. Das bedeutet, dass Harmonie, Sinnesfreuden, Schönheit, Genuss und das Weibliche im Fokus stehen. In diesem Sinne wünsche ich dir das Beste!

Hast du für das neue Jahr Vorsätze gefasst?

Die meisten Frauen stehen nicht vor dem Problem, dass sie keine Ziele hätten, im Gegenteil: Meistens haben wir viel zu viele. Wir stellen Listen auf, die wir nie und nimmer abarbeiten können. Werden wir nach unseren persönlichen Zielen gefragt, so listen viele von uns problemlos mindestens fünfzehn verschiedene auf. Wenn es dir auch so geht, dann ist der Artikel genau richtig für dich.

Frauen leiden darunter, Ziele von A nach B zu erfüllen

Zu dieser These möchte ich dir ein einschneidendes Erlebnis aus meinem Leben erzählen. Vor zwei Jahren war mein Jahresziel: Ich schreibe jetzt ein Buch! Einige Ideen lagen bereits auf meinem Schreibtisch und warteten darauf, das Licht der Welt zu erblicken. Voller Begeisterung und Euphorie startete ich mein neues Jahr. „Vollen Fokus auf mein Ziel voraus“ war mein Leitbild. Ich gab mir selber das Versprechen auf Veränderung, auf Erfolg, Zufriedenheit, auf ein neues Selbstbild. Zum Jahresanfang baute ich mir eine Lesergemeinschaft auf. Ich schrieb jede Woche einen Beitrag. Die Leser waren live an meinem Schreibprozess dabei und ich selber verpflichtete mich damit, auch wirklich dranzubleiben. Im Frühjahr buchte ich einen Schreibkurs. Dabei lernte ich, wie ich mein Ziel erreichen kann. Viele wertvollen Informationen, Strukturen bekam ich und wurde durch den Prozess geführt. Ich tat alles, wie es mir gezeigt wurde. Im Frühjahr nahm ich Urlaub: In dieser Zeit erstellte ich mit Hilfe meines Mannes die Struktur des Inhaltsverzeichnisses. Anschließend schrieb ich die Inhalte, so wurde es mir beigebracht. Ich strengte mich an und gab mir Mühe und fühlte mich oft gestresst und panisch, weil ich nicht wusste, wie ich schreiben sollte. Ich hielt an meinem Ziel fest. Ich wollte doch unbedingt mein Buch schreiben.
Mutig und naiv schickte ich nach langem Kampf mein Exposé im Herbst an einen Verlag. Ich bekam eine Absage, aber die Chance auf ein wertvolles Feedback. Dafür bin ich heute noch SEHR, SEHR dankbar: weil ich etwas ganz Wesentliches erkannte.

Mich haben To-do-Listen immer gestresst

Ständig über ein Projekt zu reden oder nachzudenken schwächt unnötig. Kein Projekt sollte mit ständigen Aktivitäten gefördert werden. 

Da heißt es, ich soll mein Ziel formulieren und fünf Handlungen aufschreiben und anschließend durchführen. Danach soll ich mir jeden Abend erneut Zeit nehmen und für den kommenden Tag fünf Handlungen aufschreiben. Falls ich eine Handlung auslasse, nehme ich sie an erster Stelle des neuen Tages wieder auf. Ich soll dies und ich soll das. Mich haben solche Pläne immer gestresst und unzufrieden gemacht. Das Festhalten an starren Strukturen schwächte mich.

Darf ich dir einen Tipp geben?

Wirf Deine To-Do-Listen weg!

Du hast auch so genug zu tun, ohne dass Du alles erst auf die Liste setzen musst.
Leben heißt, einige Punkte von der To-do-Liste auf die Was-solls-Liste zu setzen.

„Ja aber wenn ich keine Ziele habe, bekomme ich auch nichts gebacken“, wirst du mir vielleicht entgegnen.

Ja, ich habe eine ganz klare und starke Vision.

Nur: Gute Ideen werden auf dem weiblichen Weg nicht intellektuell ausgeheckt, sondern ausgebrütet. Das macht für mich einen ganz wesentlichen Unterschied aus. Wünsche, Ziele benötigen auch einen geschützten, nährenden Raum und Zeit, um heranzuwachsen und zu reifen. Ich plane meine Vision sinnvoll und beschreite meinen Weg kraftvoll. Ich gebe mich in kleinen Schritten in den Prozess der Entwicklung.

Das heißt, ich gehe nicht immer von A nach B. Manchmal gehe ich auch direkt von A bis Z. Und manchmal drehe ich x-mal meine Runden bei M. Bei fast allen Projekten tauchen Hürden oder Schwierigkeiten auf; das gehört dazu. Der weibliche Weg damit umzugehen, ist Anhalten, um neue Kräfte zu sammeln, bis es weitergeht. 

Und ja, ich erlaube mir, mich nicht zu stressen, geduldig mit mir zu sein. 
Ich erlaube mir auch den Stillstand, die Pausen in der Entwicklung. Ich erlaube mir Ruhe, manchmal einfach dazusitzen, um mich anschließend wieder neu zu orientieren. Ich entscheide mich bewusst, mich aus dem Sog des Kollektiven zu befreien, um meinen eigenen weiblichen Weg zu gehen.

Wenn das nicht mal eine besonders treffliche Definition von weiblicher Ziel-Erfüllung ist …
…oder was meinst du?

Schreib mir deine Meinung!

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2 Kommentare. Hinterlasse eine Antwort

  • Vielen lieben Dank, Gwynnefer!
    „Gute Ideen werden ausgebrütet“ – herrlich, da ist sicher was dran. Deine Zeilen habe ich sehr wach und interessiert gelesen, sie haben mich auch wach gemacht – auch konnte ich mich gut in dich hineinfühlen. Oft kommen mir neue Impulse – Wünsche, Pläne, Geistesblitze, ja auch Ziele – während der Yoga- & Meditationspraxis, in einer gewissen Absichtslosigkeit. Glaube, das passt zu deinem Ansatz – nicht permanent „etwas abarbeiten“, Projekte mit Dauer-Aktivität füttern. Was Ziele angeht bin ich etwas ambivalent: Im großen Teil meiner selbst spür ich: Ziele, brauche ich nicht. Dann wiederum haben mich z. B. 2015 mit Hilfe des Buches “Werde verrückt” von Veit Lindau zwei klare, deutlich außerhalb meiner Bequemlichkeitzone liegende Ziele sehr weit gebracht: Der Beginn der Kundalini-Yoga-Lehrer-Ausbildung und das auf die Straße Bringen meines Blogs.
    Gerade ziehe ich an verschiedenen Fäden „in Sachen Schreiben“: neue Kontakte, das Suchen neuer Orte, „Plattformen“, um meine Zeilen zu verbreiten. Und gleichzeitig spür ich: Ich will manchmal etwas auch zu doll, zu schnell – und darf mich zurücklehnen, wieder abwarten, oft geschehen Dinge von ganz allein, und das Leben beschenkt uns unerwartet.

    Alles Liebe zu dir & deinen Leser*innen,
    Carolin

    Antworten
    • Liebe Carolin,

      Ziele haben ist gut.
      Aber mit meinem Beitrag möchte ich inspirieren, über das wie nachzudenken.
      Oft haben wir viel zu viele. Oder wir wollen es zu verbissen.
      Und…sind es vor allem wirklich, wirklich unsere Ziele? Oder tun wir Dinge, weil es gerade schick ist oder und irgendjemand erzählt, wir sollten doch aber…

      Wann haben wir eigentlich angefangen zu glauben,
      irgendjemand wüsste besser als wir, was uns glücklich macht?

      Liebe Grüße von Gwynnefer

      Antworten

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